Raubritter-Abenteuer in Zwingenberg – Pfadfinder*innen des Stammes Bürger Karl Drais auf Hüttenfreizeit
Vom 7. bis 9. November machten sich 35 Pfadfinder*innen des Stammes Bürger Karl Drais auf den Weg ins Naturfreundehaus Zwingenberg – und tauchten dort ein Wochenende lang in die Welt der Raubritter, Burgen und finsteren Grafen ein. Das diesjährige Motto: „Raubritter“.
Schon am Freitagabend stellte sich der Graf von und zu Stolzeneck als strenger Herrscher vor, der seine Untertanen fest im Griff hat und großen Reichtum aus seinen Minen bezieht. Beim Anspiel machte er mehrfach deutlich, wie wohlhabend er sei – und dass die anderen dafür entsprechend arbeiten müssten.
In einem groß angelegten Bingo-Spiel bestimmte er rund zehn Gehilfen, die von diesem Moment an besondere Privilegien erhielten: Sie durften mit ihm, seiner Tochter und seiner Verlobten an der Tafel sitzen, wurden bedient und bekamen reichlich Süßigkeiten. Die Verwalterin des Grafen setzte seine Anweisungen streng und pflichtbewusst um. Alle anderen wurden zu Dienern des Grafen ernannt.
Doch am Samstag formierte sich Widerstand. Die Diener hatten genug von der Unterdrückung – und ein Hofnarr führte mutig die Rebellion an. Am Vormittag sich alle gemeinsam auf den Weg zur Burg Stolzeneck. Dort angekommen gab es zur Stärkung eine große Portion heiße Kürbissuppe, die gemeinsam mit Blick über den Neckar gegessen wurde.
Bei der Burg entfaltete sich ein spannendes Geländespiel: In verschiedenen „Minen“ konnten die Gehilfen des Grafen Gold und Edelsteine einsammeln und zum Burghof bringen, wo der Graf selbst wartete. Die Aufgabe der Raubritter: Die wertvollen Edelsteine unterwegs abzufangen und heimlich in ihr eigenes Räuberversteck zu bringen.
Der Abend klang am Lagerfeuer aus. In stimmungsvoller Atmosphäre fanden Aufnahmen statt, bei denen zahlreiche Kinder und Jugendliche feierlich ihr neues Halstuch bekamen. Danach wurde gesungen – laut, fröhlich, durcheinander, gemeinsam.
Wie bei all unseren Freizeiten wurde auch an diesem Wochenende gemeinsam gekocht – mit frischem, regionalem Biogemüse aus dem Naturladen des Naturfreundehaus. Nachhaltigkeit spielt für unseren Stamm eine große Rolle, und so packten selbstverständlich alle mit an. Die Kinder halfen beim Schneiden, Rühren und Vorbereiten der Mahlzeiten; Pfadfinder*innen lernen früh, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam für das Wohl der Gruppe zu sorgen. In diesen Momenten werden unsere wichtigsten Werte besonders sichtbar: Gemeinschaft, Freiheit, Liebe zur Natur, Verantwortung, Nächstenliebe und die Achtung der Schöpfung.
Am Sonntag packten alle mit an, räumten das Haus auf und machten sich schließlich – müde, aber glücklich – wieder auf den Heimweg. Zurück blieb das Gefühl, ein echtes Abenteuer erlebt und ein Wochenende lang in eine andere Welt eingetaucht zu sein.


